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Aufatmen in Walheim - Weichen für die Zukunft gestellt / Schuhhersteller Sioux gerettet

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Aufatmen in Walheim - Weichen für die Zukunft gestellt / Schuhhersteller Sioux gerettet (Wirtschaft)

Aufatmen in Walheim - Weichen für die Zukunft gestellt / Schuhhersteller Sioux gerettet

Aufatmen in Walheim - Weichen für die Zukunft gestellt / Schuhhersteller Sioux gerettet

Walheim (ots) - Die Zitterpartie ist endlich überstanden. Nach
langwierigen Verhandlungen ist die Transaktion perfekt. Der
Schuhhersteller Sioux wurde vom Investor Square Four übernommen und
somit vor der Insolvenz bewahrt. In einer Pressekonferenz stellen die
neuen Eigentümer die Zukunftsstrategie vor: Investments in Marke und
Kollektion und eine Verstärkung des Managements.

In Bedrängnis geraten war Sioux durch die Insolvenz der
Muttergesellschaft Egana Goldpfeil. Am Freitagvormittag verkündete
Square Four nun den erfolgreichen Abschluss der Transaktion. Damit
findet der fast zwei Jahre dauernde Überlebenskampf des
traditionsreichen, schwäbischen Schuhherstellers ein glückliches
Ende.

Klaus Schinle, Geschäftsführer von Sioux: "Dies ist ein besonderer
Tag für Sioux und für mich ganz persönlich. Die Rettung und der
Erhalt von Sioux war mir eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich,
dass nun endlich die Weichen für die Zukunft gestellt sind".

Lewin Berner, Geschäftsführer des Investors Square Four ergänzt:
"Es liegt ein langer, steiniger Weg hinter uns. Nun können wir
endlich die Transaktion vollziehen und Sioux damit auf eine gesunde
finanzielle Basis stellen. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten,
insbesondere bei Herrn Schinle und seinem Team, sowie bei der
Belegschaft für das Vertrauen und das gute Miteinander in dieser
schwierigen Phase."

Gläubiger in allen Teilen der Welt erschwerten die Rettung

Die Ausgangssituation für die Übernahme war vertrackt: Die Egana
Goldpfeil Gruppe hatte ihre internationale Expansion über die
Aufnahme von fast 200 Mio. EUR finanziert und dafür sämtliche
Tochtergesellschaften in die Mithaftung genommen. Nach dem Zerfall
der Gruppe blieben die Tochtergesellschaften mit sehr hohen
Verbindlichkeiten zurück. Letztendlich haben die Altgläubiger nun auf
die Altverbindlichkeiten verzichtet.

Gesunde Eigenkapitalquote und neue Kreditlinien

Durch diesen Verzicht und die Einzahlung neuer Eigenmittel, steigt
die Eigenkapitalquote zukünftig auf 45 Prozent. "Wir haben nun also
eine sehr gesunde Finanzierungsstruktur und ein für einen
Mittelständler sehr hohes Eigenkapitalpolster", erläutert der
Geschäftsführer von Sioux

Zukunftsausrichtung: Management-Team neu besetzt

Chief Operations Officer (COO) wird Paul Janssen (45), bisher
Geschäftsführer von Hugo Boss Shoes and Accessories. Er ist
verantwortlich für die Bereiche Produktion, Kollektion, Einkauf und
Logistik. Mit ihm wechselt ein komplettes Team von
Kollektionsspezialisten von Hugo Boss zu Sioux. Dieses Team kümmert
sich um die Kollektionen der Marke Sioux und der Lizenzmarke Joop!.
Sioux hat in diesem Zusammenhang ein neues Designcenter in
Norditalien gegründet. Paul Janssen: "Hierdurch sind wir näher am
Markt und können flexibler und schneller auf Trends reagieren".

Nachfolger von Herrn Schinle (63), der Ende September in den
Beirat wechselt, wird Herr Stephan Krug (48). Er wird Sprecher der
Geschäftsführung und übernimmt die Bereiche Vertrieb, Marketing,
Personal und Finanzen. Krugs letzte Stationen waren
Managementpositionen bei Stride Ride und Wolverine,
Deutschlandgeschäftsführer von Clarks und Verkaufsleiter bei
Timberland. Klaus Schinle: "Ich bin froh, dass wir mit Herrn Krug
einen hervorragenden Mann für meine Nachfolge gefunden haben und wir
so den Generationswechsel vollziehen können". Lewin Berner, Vertreter
des neuen Eigentümers Square Four ergänzt: "Herrn Schinle gebührt
großes Lob und Anerkennung für den immensen Einsatz für das
Unternehmen in den letzten Jahren. Wir freuen uns, dass er weiterhin
eng mit dem Unternehmen verbunden bleibt."

Zukunftskonzept vorgestellt

In der gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Investoren und das
Sioux Management die wesentlichen Eckpfeiler der Zukunftsstrategie
vor: Die Kollektion wird verjüngt und attraktiver gestaltet. Sioux
soll durch Innovation und modischere Akzente verlorenes Terrain
zurückgewinnen. Wesentliches Ziel ist es, Sioux wieder auf
Wachstumskurs zu bringen. Hierbei sollen auch in moderatem Umfang
Kostenstrukturen angepasst, die Organisation gestrafft und
effizienter gestaltet werden. Lewin Berner: "Wir haben weit über ein
Jahr gekämpft, um die Übernahme von Sioux erfolgreich abschließen zu
können. Mit ähnlichem Engagement werden wir uns nun darum kümmern,
dass Sioux zu alter Stärke zurückfindet. Nach den Wirren um die
Insolvenz der Mutter braucht Sioux nun Stabilität, Zuverlässigkeit
und Langfristigkeit. Dies sind auch die Werte, für die wir als
Investoren stehen".

Steigende Auftragseingänge bestätigen neue Kollektionsausrichtung

Die im Herbst in den Handel kommende Kollektion weist bereits
erste Elemente der neuen Sioux Handschrift auf. Die Auftragseingänge
sind im Vergleich zum Vorjahr um ca. 10 Prozent angestiegen.

Klaus Schinle dazu: "Wir freuen uns über die Bestätigung des
Handels, dass wir mit unserer Kollektion auf gutem Weg sind und die
Veränderungen honoriert werden. Ich bedanke mich bei unseren
Handelspartnern, die in großer Treue zu uns standen. Nur durch die
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihnen konnten wir diese schwierige
Zeit meistern".

Über Square Four Investments

Square Four ist ein auf Unternehmenstransaktionen in der Krise
spezialisierter Investor. Hinter Square Four stehen vermögende
Privatpersonen und Unternehmer-familien aus Deutschland. Square Four
hat u.a. 2008 zusammen mit Morgan Stanley den Schuhhersteller Erich
Rohde GmbH aus der Insolvenz gekauft. Im Portfolio von Square Four
werden aktuell knapp 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Langfristig soll
das Portfolio deutlich ausgebaut werden. Im April 2009 hatte Square
Four die Kaufverträge zur Übernahme der Sioux unterzeichnet. Aufgrund
der Komplexität der Egana Goldpfeil Struktur wurde jedoch über ein
Jahr benötigt, um alle aufschiebenden Bedingungen zu erfüllen und den
Vollzug der Transaktion zu ermöglichen.

Über Sioux

Die Sioux GmbH wurde 1954 von Peter Sapper gegründet. Im Jahr 1992
verkaufte die Gründerfamilie Sapper Sioux an die Salamander AG. 2003
erwarb die Egana Goldpfeil Gruppe die Sioux GmbH. Seit August 2008
befand sich Sioux in der Insolvenzmasse der Egana Goldpfeil
Accessories GmbH. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in
Walheim ca. 350 Mitarbeiter in Deutschland und Portugal. Sioux
erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von ca. 40 Mio. EUR durch den
Verkauf von rund 1 Mio. Paar Schuhen. Die Exportquote von Sioux lag
2009 bei ca. 40 Prozent. Die Sioux Unternehmensgruppe ist auch
Lizenznehmerin von Joop!. Sie produziert und vertreibt unter dieser
Marke Schuhe und Lederaccessoires.
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Kategorie
Wirtschaft
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Deutschland
Walheim (Baden-Württemberg) Informationen zu Walheim
Urheber des Artikels
Sioux GmbH
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