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Neue Arme: Karl Merk fährt schon wieder Fahrrad: Patient und Mediziner sind ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation sehr zu (Gesundheit)

Neue Arme: Karl Merk fährt schon wieder Fahrrad: Patient und Mediziner sind ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation sehr zu

Neue Arme: Karl Merk fährt schon wieder Fahrrad: Patient und Mediziner sind ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation sehr zu

Neue Arme: Karl Merk fährt schon wieder Fahrrad: Patient und Mediziner sind ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation sehr zuMemmingen (pressrelations) - Worddownload: http://www.jensen-media.de/download/merk/merk.doc Bildgalerie mit Download: http://www.jensen-media.de/webgalerie/merk/index.html Neue Arme: Karl Merk fährt schon wieder Fahrrad : Patient und Mediziner sind ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation sehr zufrieden Memmingen (jm) - Der Mann mit den zwei neuen Armen startet durch: Ein Jahr nach der weltweit ersten beidseitigen Armtransplantation kann der Patient, der Unterallgäuer Landwirt Karl Merk, nicht nur bereits die ersten Finger bewegen, sondern auch selbständig essen und auch wieder Rad fahren. "Ich fühle mich pudelwohl und genieße mein neues Leben", sagte Merk am Mittwoch im Klinikum Memmingen vor der Presse. Nicht nur der Patient, sondern auch die Mediziner sind begeistert: "Herr Merk ist viel weiter, als wir gedacht haben. Schon jetzt können wir behaupten, dass das Projekt gelungen ist. Allerdings ist es noch ein langer Weg, bis unser Patient wieder die volle Funktionsfähigkeit in seinen Armen erlangen wird", erklärte der federführende Arzt, Prof. Dr. Christoph Höhnke. Gemeinsam mit dem bereits emeritierten Vorstand der Plastischen und Wiederherstellungs-Chirurgie der Technischen Universität München, Prof. Dr. Edgar Biemer, hatte Höhnke vor einem Jahr das über 40-köpfige Team der 15-stündigen Operation geleitet. Der Eingriff gilt nach wie vor als die bislang größte Extremitäten-Transplantation überhaupt, die weltweit durchgeführt wurde. Noch nie zuvor war eine Transplantation oberhalb des Ellenbogengelenkes vorgenommen worden. Nach dem erfolgreichen Eingriff in München waren die Spezialisten noch davon ausgegangen, dass ihr Patient frühestens nach zwei Jahren wieder seine Hände bewegen könne. Für Karl Merk ist jeder neue Tag eine Bereicherung. "Es geht wirklich Schritt für Schritt aufwärts. Manchmal kommt der Schub über Nacht. Dann merke ich am nächsten Morgen, dass ich wieder etwas mehr spüre als am Abend zuvor", so Merk. Der heute 55-jährige Unterallgäuer Landwirt hatte im Jahr 2002 beide Arme verloren, als er auf dem heimischen Hof zuerst mit dem linken und dann mit dem rechten Arm in einen Maishäcksler geraten war. Nach seinem Unfall kam Merk mit den ursprünglich verordneten Prothesen nie wirklich zurecht. Als Merk schließlich Prof. Biemer bei einer Fernseh-Talkshow kennen lernte und direkt ansprach, wurde der Grundstein für die Transplantation im vergangenen Jahr gelegt. Prof. Biemer gilt weltweit als einer der Pioniere der Mikrochirurgie. Sein Kollege Prof. Höhnke forscht seit über 20 Jahren auf dem Gebiet der Organ- und Gewebetransplantation. "Knackpunkt für die erfolgreiche Heilung ist der Wettkampf zwischen Nervenaufbau und Muskelabbau. Den müssen die Nerven gewinnen, obwohl sie nur einen Millimeter pro Tag wachsen", sagt Prof. Höhnke. Damit die Muskeln erhalten bleiben, muss Karl Merk ein intensives Programm absolvieren. An sechs Tagen in der Woche muss der Unterallgäuer für mehrere Stunden zur Physiotherapie ins Memminger Klinikum. Um der so genannten Muskeldegeneration wirksam entgegenzutreten wird bei Karl Merk die Muskelkontraktion mit Hilfe einer speziellen Elektrotherapie künstlich stimuliert. Um das Ablagern von Lymph- und Gewebsflüssigkeit zu verhindern, sind laufend Lymphdrainagen nötig. "Ansonsten käme es zu anhaltenden Schäden der Weichteile", sagt Manuel Klose, Leiter des Physiotherapie-Teams Transplantation am Klinikum rechts der Isar. Kloses Kollegin am Klinikum Memmingen, Heidemarie Geier, behandelt die Gelenke von Karl Merk täglich mit manueller Therapie. Insgesamt dreimal kam es in den vergangenen zwölf Monaten zu so genannten Abstoßungsreaktionen im Körper von Karl Merk. "Mit starken Medikamenten haben wir das allerdings in den Griff bekommen", so Prof. Edgar Biemer. "Weil bei der Operation im vergangenen Jahr sehr viel Haut vom Armspender übertragen werden musste, ist Karl Merks Rehabilitation nicht nur von der neurologischen, sondern vor allem auch von der immunologischen Seite her eine sehr große Herausforderung für uns", sagt der verantwortliche Immunologe, Privatdozent Dr. Manfred Stangl, Leiter der Transplantationschirurgie am Klinikum rechts der Isar. Pathologe Prof. Dr. Andreas Nerlich kann mit Hilfe von so genannten histologischen Gewebeuntersuchungen unter anderem Störungen in der Durchblutung des Transplantates sofort erkennen. Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie von Karl Merk ist die kognitive Rehabilitation. "Herr Merk muss sein Zentrales Nervensystem programmieren und sich laufend bewusst machen, dass er nun wieder Arme und Hände hat, die er bewegen will", erklärt Christoph Höhnke. Das gelingt dem Patienten offenbar recht gut. Ein Team spezialisierter Nervenärzte um Privatdozent Dr. Achim Berthele von der TU München kann das kontinuierliche Nervenwachstum verfolgen. Aktuell spürt Karl Merk bis in Höhe seiner Handgelenke Empfindungen auf Druck. Auch Temperaturunterschiede kann er bereits wahrnehmen. Für Karl Merk selbst ist die Funktion seiner Arme das Wichtigste. "Bereits zu Beginn des Jahres konnte ich meine Arme wieder langsam beugen. Jetzt kann ich die Handgelenke bewegen und sogar schon die Finger der linken Hand leicht beugen", freut sich der Landwirt. Zusammen mit praktischen Hilfsmitteln wie speziell angefertigten Schienen oder Kompressionshandschuhen gelingt ihm bereits, selbständig zu essen, oder sogar mit dem Rad zu fahren. "Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich bei meinem jüngsten Besuch plötzlich Herrn Merk mit dem Rad an mir vorbeifahren sah", so Christoph Höhnke. Der Erfolg der bei Karl Merk erfolgreich durchgeführten Transplantation zeigt bereits Wirkung. "Aus der ganzen Welt bekommen wir mittlerweile Anfragen von Menschen, die sich von einer ähnlichen Operation Hilfe für sich oder für ihre Angehörigen erhoffen", sagt Höhnke, der gemeinsam mit seinem Expertenteam zu einem Kompetenzzentrum für Gewebe- und Extremitäten-Transplantation wurde. Ziel der Wissenschaftler ist es, ihr Wissen kompromisslos in den Dienst des Fortschritts auf ihrem Gebiet zu stellen und gleichzeitig kompetente Anlaufstelle für potentielle Patienten zu sein. Sprecher der Expertengruppe ist Christoph Höhnke. Weitere Informationen: Prof. Dr. med. Christoph Höhnke Leiter Plastische und Ästhetische Chirurgie Klinikum Memmingen Bismarckstr. 23 87700 Memmingen Tel: 08331 / 70-2475 Medienkontakt: Ingo Jensen Jensen media GmbH Redaktion Hemmerlestraße 4 87700 Memmingen Telefon 08331/991880 info@jensen-media.de
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Gesundheit
Lokaler Bezug des Artikels
Deutschland
Memmingen (Bayern) Informationen zu Memmingen
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